Summer Dreaming
Climatic Changes

Dass der Klimawandel kommen wuerde, war mir seit langem klar. Nun ist er da und er hat seine Konsequenzen mitgebracht.

 

Vor etwa einer Woche war es gross in der Zeitung zu lesen: Skandal! Eine Hand voll kenianischer Politiker, Parlamentsabgeordnete – nebenbei die bestbezahlten der Welt – und Minister besitzen, was nicht sonderlich ueberraschend ist, ein relativ grosses Gebiet im Rift Valley, Teil des ostafrikanischen Grabenbruchs, welches zufaellig auch die groessten Wasserressourcen des Landes besitzt. Vor einigen Jahren bemerkten die maechtigen Maenner, dass sie mit dem vielen Wald und dem riesigen Gebiet selbst nichts anfangen wuerden koennen und verpachteten es – an Bauern, Familien, was auch immer und erklaerten ihnen, sie koennten mit dem Land machen, was sie wollten und, sollten sie rein zufaellig all die alten, grossen Baeume faellen, sie anrufen, sie wuerden sich mit Vergnuegen um deren Entsorgung kuemmern. Einige Jahre lebten alle also so dahin, bis, in diesem Jahr, sich plötzlich alle wunderten, warum es eigentlich so wenig regne und der Winter so warm ausfalle, bis schliesslich jemand auf den abgeholzten Regenwald traf, in der einst wasserreichsten Region Kenias – die nun ploetzlich kahl und trocken ist.

 

Da der Grossteil der Energie Kenias durch eben dieses nun nicht mehr vorhandene Wasser entsteht, sahie kenianische Wasser- und Energie Versorgungsgesellschaft nur noch eine moegliche Folge: Strom sparen, mindestens zwei Mal die Woche in jedem Viertel Nairobis. Am Mittwoch konnte jeder Nairobier in der Zeitung also nachlesen, an welchem Wochentag ihm denn nun der Strom abgedreht werden wuerde – die Zuverlaessigkeit der Daten laesst dabei sehr zu wuenschen uebrig. Laut Tabelle, waeren wir Donnerstags und Montags an der Reihe. Wir bereiteten uns also gestern vor, assen unser ganzes Eis, stellten Kerzen bereit und warteten ab – nichts geschah, wir hatten Strom. Ein erneuter Blick in die Zeitung ergab veraenderte Zeiten: Samstags und mittwochs sollten wir dran glauben.

 

Als wir heute morgen aufstanden, nichts. Totale Dunkelheit. Als ich gegen 17h nach Hause kam, war noch immer nicht an Strom zu denken und so ass ich meinen ganzen Kaese, der bereits komisch roch. Selbst, als es gegen 19h dunkel wurde, nichts. Erst seit 15 Minuten haben wir wieder Licht, das ab und an wieder ausgeht – begleitet mit einem lauten MERDE meiner Mitbewohnerinnen, die vergeblich versuchen, sich im Dunkeln auf Klausuren vorzubereiten.

 

Dass die Folgen des Klimawandels jedoch die Aermsten der Armen treffen wuerde, kann ich bisher noch nicht sehen – denn die Aermsten der Armen haben sowieso keinen Strom...
7.8.09 19:28
 


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